Übergewicht bei Katzen: Diät-Tipps für dicke Katzen

Na, hat deine Katze vielleicht ein wenig Übergewicht?

Das geht vielen Katzen so, die beim Menschen leben. Und die Gründe dafür sind meist dieselben:

  • Zu viel und oft falsches Futter
  • Zu wenig Bewegung

Somit verbrennt die Katze pro Tag weniger Kalorien als sie zu sich nimmt. Die ungenutzte Energie wird dann als Fett abgespeichert.

Das ist genau dasselbe Prinzip wie beim Menschen, auch wir nehmen zu wenn wir mehr an Kalorien zu uns nehmen als wir benötigen.

Vor allem kastrierte Wohnungskatzen neigen sehr häufig zu Übergewicht. Hier besteht der Tag oft nur aus Warten auf die nächste Mahlzeit: Langeweile, mangelnde Bewegung und das Betteln nach Futter schaffen dicke Katzen.

Inzwischen ist fast jede zweite Hauskatze in Deutschland übergewichtig oder gar adipös (fettleibig). Es ist also ein weit verbreitetes Problem.

Du kannst etwas gegen das Übergewicht bei deiner Katze machen

Aber ich verspreche dir jetzt schon: Du wirst viel Geduld brauchen und auch ein wenig Zeit investieren müssen!

Adipositas bei Katzen kann sehr negative Folgen haben

Eine dicke Katze Katze muss mit einigen Einschränkungen in ihrem Alltag auskommen. Dazu zählt vor allem die Beweglichkeit und das Springen – mit zu viel Bauchspeck ist das nämlich echt mühsam.

Aber auch beim Putzen kann es schwer werden, wenn der Dickbauch im Weg ist.

Die genannten Handicaps beschneiden die Lebensqualität deiner Katze ein ganz schönes Stück weit.

Viel schlimmer noch sind aber die möglichen Gesundheitlichen Schäden, die Fettleibigkeit auf deine Katze haben kann:

  • Diabetes Typ 2 (Diabetes Mellitus)
  • Probleme bei der Atmung, oft auch geräuschvoll
  • Gelenkschmerzen, die die Beweglichkeit weiter einschränken
  • Verstopfung
  • Leberkrankheiten
  • Kann deine Katze einmal nicht fressen (zum Beispiel bei Zahnproblemen), droht bei dicken Katzen schon nach 24 Stunden eine lebensgefährliche Leberverfettung

Im Schnitt haben adipöse Katzen aufgrund der genannten Gesundheitsprobleme eine kürzere Lebenserwartung als Katzen mit Idealgewicht.

Aus Liebe zu deiner Katze solltest du also dringend auf ihr Gewicht achten.

Wann ist eine Katze zu dick?

Bei einer Katze mit Idealgewicht sollte man die Rippen ertasten können können (nicht sehen – das wäre ein Zeichen für Untergewicht!).

Sind die Rippen hingegen von einer Fettschicht bedeckt, kannst du davon ausgehen, dass deine Katze Übergewicht hat.

Außerdem sollte bei deiner Katze eine deutliche Taille zu sehen sein, wenn du von oben auf sie hinunter guckst. Von der Seite her gesehen sollte die Bauchlinie einer Katze von Brustkorb in Richtung Hinterbeine leicht nach oben Verlaufen. Katzen mit Gewichtsroblemen hingegen haben hier ordentliche Fettdepots.

Mithilfe der Körper-Index-Tabelle auf www.tierklinik.de und den dortigen Beispielen kannst du bestimmen, ob deine Katze Untergewicht, Normalgewicht oder Übergewicht hat.

Hast du das Gefühl, deine Katze sei zu dick, dann bespreche das am besten mit deinem Tierarzt, der wird deine Katze genau messen und wiegen und ihr Idealgewicht anhand des Body Condition Scores für Katzen bestimmen.

Auslöser für Übergewicht bei Katzen

Eine Dicke Katze frisst Trockenfutter. Sie hätte dringend eine Katzen-Diät nötig!

Zu viel und zu schlechtes Katzenfutter gepaart mit zu wenig Bewegung sind der Hauptgrund für Übergewicht bei der Katze

Die Katze frisst zu viel

Wir alle lieben unsere Katzen und geben deswegen häufig zu schnell nach, wenn unsere Vierbeiner nach Fresschen jammern. Um der Samtpfote eine Freude zu machen, wird auch oft das eine oder andere Leckerli zusätzlich zum normalen Futter gereicht, ohne die Hauptmahlzeit zu reduzieren.

Gerade Wohnungskatzen geht oftmals das Sättigungsgefühl abhanden und sie betteln aus Langeweile um Futter – viele Katzenfreunde geben dem zu oft nach.

Das falsche Katzenfutter

Ist der Kohlenhydratanteil im Katzenfutter zu hoch, setzen Katzen schnell Fett an. Denn überflüssige Kohlenhydrate werden so als Körperfett „abgespeichert“.

Generell würde ich Nassfutter empfehlen. Durch den hohen Anteil an Feuchtigkeit ist die Energiedichte geringer. Deine Katze hat also einen vollen Magen und trotzdem weniger Kalorien als bei Trockenfutter in der selben Menge.

Zu wenig Bewegung

Wohnungskatzen neigen oft zur Faulheit.Zum einen reizt das beengte und immer gleiche Umfeld nicht gerade zu bewegungsreichen Entdeckungstouren. Zum anderen müssen Wohnungskatzen nicht jagen um ihre Nahrung zu bekommen.

Kastration

Durch die Hormonumstellung bei der Kastration kann es dazu kommen, dass Katzen durch einen veränderten Stoffwechsel schneller Fett ansetzen und an Gewicht zulegen.

Außerdem sind kastrierte Katzen oft träger und bewegen sich weniger, wodurch ihr Kalorienverbrauch sinkt. Zu guter Letzt wirkt sich die Kastration auch auf das Sättigungsgefühl einer Katze aus – sie muss dann deutlich mehr fressen um sich satt zu fühlen.

Krankheiten und Medikamente

Jede Katzenkrankheit, die dafür sorgt, dass sich deine Katze weniger bewegen mag oder kann, führt zu Übergewicht. Ein Beispiel dafür sind Gelenkerkrankungen.

Auch Stoffwechselerkrankungen und verschiedenste Medikamente können dafür sorgen, dass deine Katze schnell zunimmt.

Die Katzen-Diät – So kann deine Katze gesund abnehmen

Dicke Katze mit Maßband um den Bauch braucht dringend eine Diät (abnehmen)

Das Problem, dass eine Katze mehr Kalorien zu sich nimmt, als sie verbraucht, kann von zwei Seiten angegangen werden:

Hat deine Katze Übergewicht, dann muss sie entweder weniger fressen oder sie muss sich mehr bewegen.

Wenn deine Katze sich erst einmal zu viel Körperfett angefressen hat, ist es sehr schwer, die Pfunde wieder los zu werden. Denn Katzen verfügen über einen Schutzmechanismus, der Diäten sehr erschwert: Bekommt deine übergewichtige Katze plötzlich weniger zu fressen, schaltet sich ihr Körper in einen Sparmodus.

Das ist in der freien Wildbahn natürlich sehr praktisch, um in schlechten Jagd-Zeiten nicht zu viele Körperreserven zu verlieren. Aber bei einer Wohnungskatze ist dieser Schutzeffekt bei Diäten natürlich sehr unpraktisch.

Diäten bei sehr dicken Wohnungskatzen können sogar gefährlich werden! Reduzierst du bei deiner Katze das Futter, läuft ihr Körper erst einmal auf Sparflamme. Nach einer gewissen Zeit schickt der Körper Fett in die Leber um deine Katze mit neuer Energie zu versorgen.

Bei wilden Katzen sorgt dies für einen Energieschub, der dafür sorgt, dass das Tier bald wieder Beute machen kann. Bei einer dicken Wohnungskatze kann dies aber zum Leberversagen führen! Es kommt dann zu einer Leberverfettung, der sogenannten hepatischen Lipidose.

Eine Diät sollte daher immer mit einem Tierarzt abgesprochen werden!

Der Diätplan für deine Katze – Schritt für Schritt zum Idealgewicht

Folgende Schritte solltest du unternehmen, um die Gewichtsprobleme bei deiner Katze unter Kontrolle zu kriegen:

1. Auf hochwertiges Katzenfutter umstellen

Wenn noch nicht geschehen, dann solltest du auf ein gesundes Nassfutter umstellen.

Lesetipps:

Wie bereits erwähnt, sättigt Nassfutter besser als Trockenfutter und hat dank des hohen Anteils an Feuchtigkeit eine geringere Energiedichte als Trockenfutter.

Auch der meist niedrigere Anteil an Kohlenhydraten wird sich positiv auf die Diät deiner Katze auswirken.

Mit „hochwertig“ meine ich übrigens nicht „teuer“. Lass bloß die Finger von Sheba und anderen Katzenfuttermarken, deren Werbung du oft im TV siehst. An diesem Futter ist nur die Marke hochwertig (und teuer), nicht aber die Qualität.

Einige Beispiele von Katzennassfutter mit gutem Preis- Leistungsverhältnis sind Feringa, Bozita oder Cats Finefodd. Ich selbst füttere gerade MACs – das bekommst du in der 800g Dose im Sparpaket für unter 3 Euro pro Kilo.

In Absprache mit dem Tierarzt kannst du auch ein fettreduziertes Diätfutter anwenden.

Die Umstellung des Katzenfutters sollte langsam erfolgen. Über einen Zeitraum von 2 Wochen mischst du einfach das neue Futter unter das Alte.

Dabei kannst du von Tag zu Tag den Anteil des neuen Katzenfutters erhöhen. Dieses „Unterschummeln“ erhöht die Akzeptanz für das neue Fresschen.

3. Die Futtermenge anpassen und genau kontrollieren

Als Vorarbeit für diesen Schritt wirst du um einen Besuch beim Tierarzt nicht umher kommen.

Denn dieser muss erst einmal den täglichen Kalorienbedarf deiner Katze errechnen. Das solltest du wirklich dem Profi überlassen, denn es ist sehr kompliziert:

Viele Variablen wie Größe, Gewicht, Katzenrasse, Lebensumstände, Alter und eventuell vorhandene Krankheiten und benötigte Medikamente spielen da mit rein.

Bring deinem Tierarzt bei diesem Termin eine Dose von dem Katzenfutter mit, das du füttern willst. So kann er dir eine konkrete Fütterungsempfehlung aussprechen.

Er wird die dann die genaue Futtermenge nennen, die du deiner Katze pro Tag geben sollst, damit sie ihr Gewicht langsam verliert ohne das die Gefahr einer Leberverfettung besteht.

Ab diesem Tag heißt es: Das Katzenfutter genau abwiegen!

Die Zeiten des „Pi-mal-Daumen“- Katzenfütterns sind dann vorbei. Nur so kannst du die Kalorienzufuhr bei deiner Katze kontrollieren.
Was du dabei auch beachten musst: Wenn du deine Katze ab und zu mit einem Leckerli belohnst, musst du dieses von der täglichen Futterration abziehen. Die in den Leckerchen enthaltenen Kalorien findest du auf der Verpackung abgedruckt.

Oft ist es schwierig, seiner nach Futter bettelnden Katze zu widerstehen. Ein Tipp: Verteil das Futter auf 4 tägliche Mahlzeiten, das ist sehr wirkungsvoll gegen schnorrende Vierbeiner.

3. Deine Katze muss Sport treiben (Mehr Bewegung!)

Dicke Katzen brauchen mehr Bewegung um anzunehmen. Die Katzenangel ist hervorragend für die Katzendiät

Die Katzenangel ist perfekt für das gemeinsame Spielen mit deiner Katze und unterstützt so die Diät deiner Katze

„Sport“ ist vielleicht etwas übertrieben. Regelmäßiges Spielen und Toben ist aber ein wichtiger Bestandteil der Katzendiät.

Durch das Mehr an Bewegung verbraucht deine Katze mehr Energie. Die Folge: Durch die genau festgelegten Katzenfutter-Rationen verbrennt deine Mieze nun langsam ihre Fettreserven.

Bei dicken und faulen Wohnungskatzen kann es gar nicht so leicht sein, sie zum gemeinsamen Spielen zu animieren:
Das Übergewicht macht träge, eventuell erschweren sogar schon Gelenkschmerzen das Springen und Laufen.

Da hilft es nur, wenn du deine Katze immer wieder zum Spielen zu animieren versuchst. Nimm dir jeden Tag die Zeit und versuch den Jagdtrieb deiner Katze mit der Katzenangel oder kleinen, weichen Bällen auszulösen.

Optimal ist dafür übrigens der frühe Abend, wenn es zu dämmern beginnt. Dies ist die Zeit, in der Katzen normalerweise auf die Jagd nach Beutetieren gehen.

Mit der Zeit, wenn deine Katze schon ein paar hundert Gramm abgenommen hat, wird sie das Spielen immer besser annehmen. Mit weniger Fett auf den Rippen springt und rennt es sich eben umso besser!

Ganz nebenbei stärkt das gemeinsame Spielen auch noch die Beziehung zwischen Mensch und Katze.

Noch mehr Tipps für mehr Bewegung für deine Katze

  • Optimal wäre es, wenn deine Katze Freigang hat. Auf Erkundungstouren im Freien bewegt sich deine Samtpfote deutlich mehr als wenn sie nur in der Wohnung ist
  • Wohnungskatzen sollten immer mindestens zu zweit gehalten werden. Das sorgt (neben vielen weiteren Vorteilen) auch für mehr Bewegung durch gemeinsames Spielen und Raufen
  • Spielzeuge kannst du mithilfe von Katzenminze interessanter machen
  • Sorge für viele Klettermöglichkeiten im Haus. Katzen lieben die Höhe und das Klettern ist hervorragender Katzensport.

Wenn deine Katze oft allein zu Hause ist, liegt sie oft den ganzen Tag auf der faulen Haut. Hier kann ein Artgenosse helfen, wie bereits erwähnt.

Lesetipps:

 

Ballschiene für Katzen

Sorgt für Action, auch wenn deine Katze alleine zu Hause ist: Ballschiene

Einen zusätzlichen Anreiz bietet Katzenspielzeug, welches für eine Selbstbeschäftigung geeignet ist:

können Miezen dazu bringen, auch ohne den Menschen zu spielen.

Übrigens sind auch Sachen aus der Natur, wie etwa Eicheln oder kleine Tannenzapfen gut geeignet. Besonders Wohnungskatzen werden diese Gegenstände lieben, allein schon wegen der interessanten Gerüche.

4. Dran bleiben!

Der letzte ist der wohl wichtigste Schritt. Du bist verantwortlich für die Gesundheit deiner Katze. Also musst du stark bleiben.

Auch wenn deine Katze bettelt wie verrückt: Sie bekommt nur die abgewogene Ration.

Auch wenn du einen harten Tag auf der Arbeit hattest: Deine Katze braucht Bewegung, also nimm dir die Zeit.

Nur mit Durchhaltevermögen wird deine Katze langsam abnehmen und schließlich ihr Optimalgewicht erreichen.

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10 Kommentare

  1. Stefanie 13. November 2013 Antworten
    • Dominik Hollenbach 12. Dezember 2013 Antworten
  2. Frau B Punkt 4. Februar 2014 Antworten
    • Dominik Hollenbach 11. Februar 2014 Antworten
      • mingo 18. Mai 2016 Antworten
  3. Sarah 17. März 2014 Antworten
  4. Mone 14. April 2014 Antworten
  5. Petra Kubon 22. April 2014 Antworten
  6. Diana 27. Mai 2014 Antworten
  7. desiree 8. Mai 2015 Antworten

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