Die eigene Katze gesund halten und Übergewicht vermeiden


Übergewicht bei Katzen

Die Gesundheit des eigenen, geliebten Haustiers ist eine wichtige Angelegenheit. Tiere können sich nicht äußern, wenn bestimmte Faktoren nicht optimal oder sie krank sind. Auch hat der Besitzer oft Probleme, Anzeichen richtig zu deuten.

Bei der Katze spielt vor allem die Ernährung eine wichtige Rolle. Wer seine Katze richtig füttert und auch sonst auf ein gesundes Umfeld achtet, hat ein gesundes Haustier, das ein langes Leben vor sich hat. Dann erreichen Hauskatzen ein Alter von 15 bis 20 Jahren, wobei in Einzelfällen Hauskatzen sogar 30 Jahre und älter werden.

Der Ernährungsplan der Katze

Katzen sind Raubtiere, sie sollten fast ausschließlich Fleisch zu fressen bekommen – Bild: Sergey Zaykov /Shutterstock.com

Die Katze ist an sich ein Wildtier. Unsere Hauskatzen sind eine domestizierte Art, die seit geraumer Zeit zusammen mit dem Menschen lebt. Dementsprechend hat sich auch das Verhalten der Tiere angepasst.

Viele Katzen sind reine Wohnungstiere und gehen somit auch nicht mehr auf die Jagd. Aus diesem Grund erhalten diese Katzen ihre komplette Nahrung durch den Menschen. Sie sind also darauf angewiesen, dass der Mensch sie ausgewogen und angemessen füttert.

Dabei ist es wichtig, dass sich der Speiseplan des Stubentigers möglichst nah an der natürlichen Nahrungsaufnahme orientiert. So ist gewährleistet, dass die Katze alle Rohstoffe und Mineralien erhält, die sie für ein gesundes Wachstum benötigt. Gleichzeitig ist dies ein wichtiger Baustein, um ein Übergewicht der Katze zu verhindern.

Die Wildkatze ernährt sich primär von fleischlicher Kost. Dass die Katze ein Fleischfresser ist, wird bereits am Gebiss deutlich. Doch auch der Verdauungstrakt ist auf diese Form der Ernährung angepasst.

Katzen haben also Probleme damit, große Mengen an pflanzlicher Kost zu verdauen. Außerdem liefert diese nicht die notwendigen Nährstoffe, die die Katze benötigt. Die Zutaten im Katzenfutter sind hingegen oftmals nicht optimal.

Die meisten Katzenhalter gehen davon aus, dass Katzenfutter automatisch bestens für die Haustiere geeignet ist.

Jedoch stimmt dies nicht immer. Nicht selten strecken die Hersteller das Katzenfutter durch Getreide, Soja oder Mais. Dies ist deutlich günstiger als tierisches Protein. Pflanzliche Stoffe sind jedoch schwerer zu verdauen. Sie erfordern einen längeren Darm, wie er beispielsweise beim Menschen vorhanden ist.

Die Katze kann also pflanzliche Stoffe sehr schlecht verdauen und nimmt kaum Nährstoffe auf. Somit ist solche Nahrung wertlos für die Ernährung des Tiers und kann sogar zu einer gefährlichen Unterversorgung von wichtigen Mineralstoffen führen.

In freier Wildbahn ernähren sich Katzen primär von Mäusen und ähnlichen Nagetieren. Diese liefern den Jägern genau die Stoffe, die sie für eine ausgewogene Ernährung brauchen. Maximal fünf Prozent der Ernährung einer Wildkatze basiert auf pflanzlicher Kost.

Dementsprechend ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Katzenfutter einen möglichst hohen Anteil an fleischlichen Proteinen besitzt. In der Natur jagen die Wildkatzen im Schnitt 15 Mäuse pro Tag, um ihren Energiebedarf zu decken.

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Das richtige Fütterungsintervall beugt Übergewicht vor

In vielen Fällen liegt das Übergewicht bei Katzen an einer falschen Fütterung. Im Laufe des Lebens einer Katze verändert sich der optimale Rhythmus mehrfach. So benötigen junge Katzen im ersten Lebensjahr anfangs vier, später drei Mahlzeiten pro Tag. Dies ist wichtig, um ein gesundes Wachstum zu ermöglichen.

Ausgewachsene Katzen hingegen sollten nur noch zweimal pro Tag gefüttert werden. Der richtige Zeitpunkt ist morgens und abends. Bei älteren Katzen ist es wiederum ratsam, eine dritte Mahlzeit um die späte Mittagszeit einzuführen. Dafür können die individuellen Mahlzeiten dann kleiner ausfallen.

Übergewicht bei Katzen bekämpfen

Diät bei Katzen
Übergewicht schadet der Gesundheit deiner Katze – Bild: ROMAN DZIUBALO / Shutterstock.com

Zunächst einmal geht es darum, festzustellen, ob das eigene Tier von Übergewicht bedroht ist oder bereits zu schwer ist. Es gibt hier keine festen Tabellen, denn jedes Tier ist anders. Abhängig von der Rasse, dem Alter und dem Geschlecht kann eine gesunde Hauskatze zwischen 3,5 und 6,5 Kilogramm wiegen.

Die größten Rassen, wie beispielsweise die Main Coon, können sogar noch schwerer sein, ohne dabei Übergewicht zu haben. Außerdem sind Kater grundsätzlich etwas schwerer.

Der richtige Anlaufpunkt für die Bewertung der Gesundheit der eigenen Katze ist somit der Tierarzt. Dieser kann anhand der Größe und des Allgemeinzustands das Idealgewicht einer Katze recht genau bestimmen. So ist es dann möglich, laufend zu kontrollieren, ob das Haustier in einem gesunden Gewichtsbereich bleibt.

Wird bei dieser Gelegenheit festgestellt, dass die Katze zu schwer ist, helfen bestimmte Tipps und Hilfen gegen Übergewicht bei Katzen weiter. Es sind vor allem zwei Faktoren, mit denen sich Übergewicht bei Katzen bekämpfen lässt. Dies sind die Ernährung und eine ausreichende Bewegung.

Gerade die Ernährung von übergewichtigen Katzen sollte strengen Regeln folgen. Am besten ist es, direkt gemeinsam mit dem Tierarzt eine ausgewogene Ernährung abzustimmen.

Ein gesunder Speiseplan für die Katze kann viele Formen haben. So ist es möglich, Katzenfutter auch selbst herzustellen. Dafür müssen bestimmte Dinge beachtet werden. Der Tierarzt kann hier entsprechende Anleitungen geben. Alternativ gibt es spezielle Katzenkochbücher. Diese liefern Rezepte und Zubereitungsanweisungen.

Eine gute Möglichkeit, Übergewicht bei einer Katze zu bekämpfen, ist der Wechsel auf ein höherwertiges Futter.

Günstiges Tierfutter ist häufig mit minderwertigen Zutaten gestreckt. Wer hingegen ein proteinreiches Tierfutter auf Basis von hochwertigem Fleisch kauft, unterstützt die Gesundheit der eigenen Katze. Bei einem solchen Futter ist auch die Dosierung einfacher, denn meist wird weniger benötigt.

Zu beachten ist weiterhin der Unterschied zwischen Trocken- und Nassfutter. Beim Nassfutter deckt die Katze ihren Feuchtigkeitsbedarf zu einem großen Teil über das Futter mit. Trockenfutter hingegen ist komprimiert und hat auf das Gewicht gerechnet einen deutlich höheren Energieanteil.

Trockenfutter muss somit vor allem sparsamer und genauer dosiert werden, ansonsten kann sich die Katze schnell überfressen. Außerdem muss auf eine ausreichende Bereitstellung von Flüssigkeit geachtet werden.

Milch ist übrigens keine gute Option für Katzen, besonders nachdem diese ausgewachsen sind. Auf Kuhmilch reagiert der Darmtrakt der Katzen mit negativen Reaktionen wie Durchfall.

Die richtige Wahl für Katzen ist klares Wasser. Dieses muss jederzeit verfügbar sein und in ausreichender Menge angeboten werden. Wer beobachtet, dass seine Katze zu wenig trinkt, sollte mehrere Trinknäpfe in der Wohnung verteilt aufstellen. Viele Katzen mögen es nicht, wenn sich die Trinkstelle direkt neben dem Futterplatz befindet. So hilft es eventuell, wenn der Futternapf in der Küche steht, das Wassergefäß aber im Wohnzimmer oder dem Flur.

Bei einer Ernährungsanpassung ist es weiterhin wichtig, diese langfristig umzusetzen. Eine Katze, die einmal übergewichtig war, neigt in der Zukunft erneut zur Gewichtszunahme. Hat die Katze also wieder ein normales Gewicht erreicht, darf keinesfalls wieder zu den alten Gewohnheiten zurückgekehrt werden. Dies würde höchstwahrscheinlich dazu führen, dass die Katze wieder zunimmt. In diesem Zusammenhang wird vom Jo-Jo-Effekt gesprochen, der auch übergewichtige Menschen häufig betrifft.

Übergewicht macht Katzen krank

Übergewicht hat bereits mittelfristig viele negative Auswirkungen auf Katzen. Diese sind teilweise irreversibel, was es umso wichtiger macht, auf ein ausgeglichenes Gewicht zu achten. Gerade kastrierte Katzen neigen zu Übergewicht. Deshalb sollten Besitzer besonders in diesem Fall auf das Gewicht achten.

Übergewicht führt zu vielen chronischen Erkrankungen bei Katzen, die dann medikamentös behandelt werden müssen oder sogar die Lebenserwartung des Tieres einschränken. Hierzu gehört in erster Linie Diabetes mellitus. Nicht nur Menschen können daran erkranken, auch übergewichtige Katzen leiden häufig an Typ 1 oder Typ 2 von Diabetes mellitus. Dann benötigt die Katze, wie ein Mensch mit Diabetes auch, Insulinspritzen. Durch eine frühzeitige Gewichtsreduktion kann es gelingen, die Diabeteswerte zu korrigieren, sodass die Katze ohne Insulininjektionen auskommt.

Ein häufiges Problem bei übergewichtigen Katzen sind Gelenkschäden. Diese führen dazu, dass die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist. Besonders mit fortschreitendem Alter leiden diese Katzen dann unter permanenten Schmerzen, können nicht mehr springen und nur noch eingeschränkt laufen. Dies ist ein Teufelskreis, denn die Katze bewegt sich noch weniger und nimmt weiter zu.

Durch Übergewicht oder eine unausgewogene Ernährung kann es bei Katzen auch zu Lebererkrankungen kommen. Dies führt zu einem Proteinmangel, was sogar sehr schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann. Die häufigste Form ist die hepatische Lipidose, die auch als Leberverfettung bezeichnet wird. Hervorgerufen wird diese Verfettung der Leber durch Übergewicht oder minderwertige Nahrung, der tierisches Protein fehlt.

Weiter kann Übergewicht bei Katzen zu Fellproblemen und Hauterkrankungen führen. Die Katze ist darauf angewiesen, im Rahmen der täglichen Reinigung alle Stellen ihres Felles zu erreichen. Durch Übergewicht kann dies eingeschränkt sein. Dann verfilzt das Fell und fällt aus. Durch Übergewicht können sich außerdem Falten in der Haut bilden. Diese sind anfällig für eitrige Entzündungen. Ein weiteres Symptom sind Erkrankungen des Harnwegs. Besonders übergewichtige Kater sind hiervon betroffen. Bewegungsmangel und eine verfettete Harnblase führen dazu, dass diese nicht mehr vollständig entleert werden kann. Auch die Reinigung dieses sensiblen Bereiches kann durch Übergewicht beeinträchtigt sein. Dies alles erhöht die Gefahr für Infektionen, die auch bleibende Schäden verursachen können.

Übergewichtige Katzen leider zudem nicht selten an Lungenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen. Das Herz ist für diese Belastungen nicht ausgelegt und die Fettmassen im Brustkorbbereich drücken auf die Lungen. Dadurch sinkt die Lebenserwartung der Katzen erheblich und es kann jederzeit zu einem Herzinfarkt kommen.

Das richtige Maß an Bewegung verhindert Übergewicht

Bewegung hilft gegen Übergewicht bei Katzen
Regelmäßige Spieleinheiten mit viel Bewegung schützt vor Übergewicht bei Katzen – Bild: Dora Zett / Shutterstock.com

Eine wichtige Rolle bei der Verhinderung sowie Bekämpfung von Übergewicht bei Katzen spielt die Bewegung. Katzen sind von Natur aus sehr aktive Tiere. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen haben Wildkatzen Reviere, die sie regelmäßig durchstreifen. Dieses Revier beanspruchen die Wildkatzen für sich und benötigen die Fläche für die Jagd. Die Größe eines solchen Reviers kann zwischen 100 und 3000 Hektar betragen. Kater haben für gewöhnlich ein größeres Jagdrevier.

Da unsere Hauskatzen direkte Nachfahren der Wildkatzen sind, haben sie instinktiv ein ähnliches Revierverhalten. Wer seine Katze rauslässt, der merkt vielleicht, dass sich die Katze oftmals weit von dem eigenen zu Hause entfernt. Dies sorgt automatisch für eine Menge Bewegung bei den Freigängern. Dadurch entwickeln die Katzen Muskeln und bauen überschüssige Energie ab.

Bei Stubenkatzen sieht dies leider anders aus. Hier fehlt die natürliche Bewegung. Dies hat zwei negative Auswirkungen. Zum einen haben diese Katzen einen Energieüberschuss, wenn die Ernährung nicht dementsprechend angepasst wird. Haustierbesitzern fällt es häufig schwer, exakt zu beurteilen, wie viel Futter die eigene Katze wirklich benötigt. Daher kommt es gerade bei Hauskatzen oftmals dazu, dass zu viel gefüttert wird. Über kurz oder lang entsteht so Übergewicht.

Zum anderen leiden Hauskatzen auch an Langeweile. Katzen, die nicht ausgelastet sind, werden oftmals lethargisch. Auf Dauer kann dies sogar zu Depressionen führen. Dann füllen die Katzen den Tagesinhalt mit anderen Beschäftigungen. In der Wohnung bleiben da nicht viele Auswahlmöglichkeiten. Entweder fangen unterforderte Katzen an, das Mobiliar zu zerstören, oder sie fressen übermäßig. Somit ist ein weiterer Gefahrenfaktor für das Übergewicht vorhanden.

Es obliegt hier den Haustierbesitzern, dass sie die Katze zu mehr Bewegung animieren. Dafür gibt es zahlreiche Methoden, die in die tägliche Routine eingebaut werden können. Einige dieser Tricks benötigen nicht mal viel Zeit und sind auch für den Katzenhalter eine willkommene Abwechslung in der Interaktion mit dem eigenen Tier.

Ein wichtiger Punkt, um Katzen zu mehr Bewegung in der Wohnung zu animieren, ist Spielzeug. Im Fachhandel gibt es eine breite Auswahl an Spielzeug, das auf Katzen zugeschnitten ist. Hierbei werden häufig die natürlichen Jagdinstinkte der Katze geweckt. So reagieren Katzen auf bestimmte Geräusche, schnelle Bewegungen und auch auf Gerüche. Die Katzenminze oder auch Catnip genannte Pflanze trägt den Namen nicht ohne Grund. Der Hauptgeruchsstoff der Katzenminze ist für Katzen unwiderstehlich. Katzen jagen dem Geruch hinterher und wälzen sich in freier Natur sogar in diesen Pflanzen. Deshalb gibt es Katzenspielzeug mit Catnip. Das sorgt dafür, dass die Katze automatisch nach diesem Spielzeug jagt und darauf fixiert ist.

Auch das tägliche Futterritual kann in eine interessante Aufgabe für die Katze verwandelt werden. Die meisten Besitzer füttern ihre Katze an der immer gleichen Stelle. In der freien Natur hingegen suchen und jagen Katzen nach ihrer Beute. Dementsprechend ist es kein Problem, das Futter an verschiedenen Stellen zu positionieren. Gerade mit Trockenfutter lässt sich ein interessantes Spiel aufbauen. Beispielsweise können die einzelnen Stücke geworfen werden, sodass die Katze hinterherjagt und sich das Futter verdient. Die meisten Katzen sind für solche Spiele sehr schnell zu begeistern.

Die Grundvoraussetzung für ein aktives und gesundes Haustier ist die tägliche Beschäftigung mit der Katze. Dafür sollten Katzenbesitzer auf jeden Fall die entsprechende Zeit einplanen. Mindestens benötigt eine Wohnungskatze eine Stunde Aufmerksamkeit pro Tag, die mit Spielen verbracht wird. Besser sind mehrere Phasen, die auf 30 Minuten verteilt werden.

Wer diese Zeit nicht hat, sollte keine Katze in der Wohnung halten. Ist die Katze hingegen ein Freigänger, dann beschäftigt sie sich im Freien und kommt mit dementsprechend weniger Aufmerksamkeit aus. Gleiches gilt, wenn mehrere Katzen im Haushalt leben. Diese spielen untereinander und sorgen so für Beschäftigung. Ohne menschliche Aufmerksamkeit sollte jedoch kein Haustier leben.

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Beitragsbild (ganz oben): Benoit Daoust / Shutterstock.com

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