Eine oder zwei Katzen? Gute Gründe gegen eine Einzelhaltung von Katzen

1 Katze oder 2?

Bei reinen Wohnungskatzen sollte die Antwort auf diese Frage immer (mindestens) 2 sein.

Denn Katzen sind keine Einzelgänger, sie brauchen den Kontakt zu Artgenossen.

Bei einer Einzelhaltung in der Wohnung leiden Katzen ungemein, was schwerwiegende Folgen haben kann:

Aggressivität, Zerstörungswut, Stress, eine penetrante Fixierung auf den Menschen und auch Depressionen sind typische Probleme bei einsamen Katzen.

Die Haltung von mindestens zwei Katzen ist nicht nur artgerechter, sie bringt auch weitere Vorteile – dazu später mehr.

In diesem Artikel erfährst du:

  • warum du mindestens zwei Katzen halten solltest
  • welche negativen Folgen eine Einzelhaltung von Katzen haben kann
  • welche Vorteile es hat, Katzen im Doppelpack zu halten
  • wie eine Katzen-Zusammenführung funktioniert
  • wie man Argumente gegen eine zweite Katze ganz leicht entkräften kann

Warum die Einzelhaltung einer Katze nicht empfehlenswert ist

Katzen sind von Natur aus keine Einzelgänger. Das wird oft verwechselt: Katzen jagen zwar alleine – ansonsten schätzen und brauchen sie den sozialen Umgang mit Artgenossen.

Katzen brauchen einen Spielkameraden, einen Weggefährten und Schmusepartner. Jemanden zum gegenseitigen Putzen, jemanden mit dem sie gemeinsam Vögel beobachten oder toben können.

Wird durch eine Einzelhaltung als Wohnungkatze ohne Freigang dieser soziale Kontakt unterbunden, führt das dazu, dass eine Katze einsam wird.

Und das hat fast immer schwerwiegende negative Folgen.

Einsame Katzen – Unerwünschte Verhaltensweisen sind die Folge

Bild: Katze EInzelhaltung - Negative Folgen, Aggressiv

Aggressives Verhalten, Unsauberkeit und Zerstörungswut sind unter anderem negative Folgen von Katzen-Einzelhaltung

Mit einer einsamen Katze tut man sich selbst keinen Gefallen. Die breit gefächerten Folgen werden das Zusammenleben mit der Katze auf eine harte Probe stellen.

Stell dir mal vor, du wärst eine Katze. Und du würdest alleine in einer Wohnung leben. Dein Frauchen oder Herrchen ist oft unterwegs, schließlich muss auch jemand das Geld für das Katzenfutter verdienen…

Da ist es doch nur natürlich, dass du dich nicht immer so verhältst, wie dein Mensch es sich wünscht, oder?

Du überlegst, ob eine oder zwei Katzen für dich besser sind? Dann schau dir mal die negativen Folgen von Einzelhaltung bei Katzen an:

  • Zerstörungswut: Katzen in Einzelhaltung sind sehr oft körperlich und geistig unterfordert. Weil eine solche Einzelkatze sich nicht beim Spielen und Toben mit einer anderen Samtpfote auspowern kann, reagiert sie sich auf andere Art ab: Sofas und andere Möbel werden zerkratzt, auch Teppiche und andere Gegenstände müssen unter ihr leiden.
  • Aggressivität: Auch hier ist ein fehlender Artgenosse zum Raufen der Auslöser: Kann eine Katze nicht mit einer anderen Katze spielen, dann wird sie im Spiel mit ihrem Menschen wie mit einer anderen Mieze umgehen. Und das kann blutig enden – Schließlich raufen Katzen untereinander gerne mit Bissen und Krallenhieben. Da kann es durch die aggressive Katze leicht zu zerkratzten Händen kommen.
  • Unsauberkeit: Eine unglückliche, einsame Katze tendiert viel häufiger zu Unsauberkeit. Vielleicht geschieht es einfach aus Langeweile. Vielleicht ist es eine Art Aufschrei um auf die missliche Lage hinzuweisen, in der sich die Katze befindet. Auf jeden Fall ist es sehr ärgerlich, wenn die Katze überall hinpinkelt.
  • Depressionen: Diese negative Folge von Einzelhaltung bei Katzen ist nur sehr schwer zu diagnostizieren. Eine Katze, die aufgrund von Einsamkeit depressiv ist, liegt den ganzen Tag nur herum, wird sehr träge. Dabei denken sich Menschen meist nichts, halten depressive Katzen für zurückhaltend und „brav“. In Wirklichkeit ist sie aber traurig und einsam, weiß nichts mit sich anzufangen. Ein Zustand den man sich als Katzenfreund definitiv nicht für sein Tier wünscht.
  • Soziale Inkompetenz: Je länger eine Katze ohne Artgenossen gehalten wird, desto schwieriger wird es, sie mit einer anderen Katze zusammenzuführen. Denn Einzelkatzen verlernen mit der Zeit den sozialen Umgang mit anderen Fellnasen. Das gilt besonders für Katzen, die zu früh von der Mutter getrennt wurden und dann in Einzelhaltung landen. Solche Katzen sind sozial inkompetent und wissen einfach nicht, wie sie mit anderen Katzen umgehen sollen.

Der Mensch kann eine zweite Katze nicht ersetzen

Bild: Katze nicht alleine halten - Wohnungskatzen - Spielen, Toben, Schmusen, Putzen

Da kann der Mensch nicht mithalten: Gemeinsames Spielen ist nicht nur für Kitten wichtig. Auch anderes Katzen-Sozialverhalten wie Schmusen oder gegenseitiges Putzen ist unersetzbar für eine glückliche Katze.

Eine Katze in Einzelhaltung in der Wohnung würde sehr viel Zeit von seinem Menschen erfordern.

Eine Betreuung rund um die Uhr wäre nötig – und Katzen haben einen ganz anderen Tagesrhythmus als Menschen!

Was aber noch viel wichtiger ist: Menschen sind nun einmal keine Katzen!

Wir können zwar mit einer Katze schmusen und spielen (und das auch nur bedingt). Aber was ist mit der Kommunikation? Kannst du zum Beispiel mittels Pheromonen, also Gerüchen, mit deiner Katze kommunizieren?

Das komplette kätzische Sozialverhalten können wir Menschen nicht bieten.

Und gleiches gilt auch für andere Haustiere, egal ob Hund, Hamster oder Kaninchen.

Katzen brauchen andere Katzen um glücklich zu sein. Oder würdest du gerne als einziger Mensch unter Bären leben?

Vorteile, wenn du zwei Katzen hast

Du wirst dich wundern:

Zwei Katzen bedeutet halb so viel Ärger!

Denn Katzen im Doppelpack können sich viel miteinander beschäftigen. Sie sind ausgeglichener und haben weniger Langeweile.

Das bedeutet weniger Zerstörung durch Kratzen, weniger Unsauberkeit, weniger Aggressivität.

Es gibt Ausnahmen: Manche Katzen sind Einzelgänger

Es stimmt, auch unter Katzen gibt es Einzelgänger. Diese wurden allerdings in 99% der Fälle durch Menschen dazu gemacht.

Es handelt sich dabei um Katzen, die als Kitten zu früh von der Mutter getrennt wurden oder aber eine lange Zeit keinen Kontakt zu anderen Katzen hatten.

Diese Fellnasen haben den Umgang mit anderen Katzen entweder nie erlernt oder vergessen.

Wenn du aus wichtigen Gründen nur eine Katze halten kannst, dann solltest du dir eine solche Einzelgänger-Katze aus dem Tierheim holen.

Die Pfleger dort kennen ihre Tiere oft ganz genau, und werden dir eine passende Katze vermitteln.

Einzelkatzen mit Freigang

Bild: Katzen mit Freigang - keine Einzelgänger

Katzen mit Freigang suchen sich draußen soziale Kontakte

Noch besser, wenn du wirklich nur eine Katze haben kannst: Biete ihr Freigang!

Denn draußen wird sie garantiert Kontakt zu anderen Katzen haben. Außerdem sind Freigänger allein schon durch die Jagd und das Mehr an Bewegung ausgeglichener.

Vorurteile – Begründungen für eine Einzelhaltung von Katzen sind leicht zu entkräften

Wenn man jemanden fragt, warum er seine Katze einzeln hält, bekommt man allerlei Ausreden zu hören.

Die hören sich im ersten Moment vielleicht plausibel an, lassen sich aber dann doch leicht entkräften wenn man kurz darüber nachdenkt.

Hier die gängigsten Begründungen für Einzelhaltung:

Katzen sind Einzelgänger“

Nein, das sind sie nicht. Sie jagen zwar alleine, brauchen aber trotzdem den Kontakt zu anderen Katzen.

Oftmals wird auch ein Charakterzug der Hauskatze falsch interpretiert: Sie sind eigensinnig.

Das bedeutet aber keinesfalls, dass sie sozial inkompetent sind!

Katzen brauchen den Umgang mit Artgenossen um geistig gesund und somit glücklich zu sein. Es ist ein Muss für eine einigermaßen artgerechte Katzenhaltung in der Wohnung.

„Zwei Katzen machen auch doppelte Arbeit“

Eher das Gegenteil ist der Fall! Katzen-Paare beschäftigen sich gegenseitig, somit ist die Gefahr von Einsamkeit und Langeweile sehr viel geringer. Es wird also weniger zerkratzt und zerstört, auch Unsauberkeit tritt seltener auf.

Natürlich muss man ein weiteres Katzenklo reinigen und eine Katze mehr füttern – das ist aber immer noch besser als eine unglückliche Katze, die alles kaputt macht…

Bild: Zwei Katzen schmusen - Immer mindesten 2 Katzen halten

Zwei glückliche Katzen machen weniger Arbeit als eine unglückliche – also immer mindestens 2 Katzen halten!

„Meine Einzelkatze fühlt sich aber doch wohl“

Nicht jede einsame Wohnungskatze fällt gleich durch negative Aktionen wie dem Kratzen an Möbeln oder dem Pinkeln auf das Sofa auf.

Viele unglückliche Samtpfoten ziehen sich sehr zurück, liegen nur träge an ihrem Lieblingsplatz. Das wird dann leider oft als etwas Positives interpretiert: „Meine Katze ist so lieb, sie hat noch nie etwas angestellt!“

In Wahrheit leidet das arme Tier still vor sich hin.

„Katzen in Einzelhaltung sind verschmuster“

Wenn der Mensch der einzige Anschnurrpartner ist, ist es ganz natürlich, dass Einzelkatzen anhänglich sind und oft zum Schmusen kommen.

Aber das kann sich auch ganz schnell zur Last entwickeln. Eine Überfixierung auf Frauchen oder Herrchen kann sehr anstrengend sein!

Viele Katzenhalter haben Angst, dass ihre Katze sie nicht mehr beachtet, wenn sie eine zweite Katze aufnehmen.

Zum einen ist das natürlich ziemlich egoistisch. Zum anderen auch schlicht falsch: Natürlich wird weiterhin eine Bindung zwischen Mensch und Katze bestehen – uns zwar sogar zu zwei Katzen…

Die Zusammenführung mit einer zweiten Katze

Bild: Katzen zusammenführen, aneinander gewöhnen, Katzen fressen zusammen

Das Zusammenführen zweier Katzen sollte schrittweise erfolgen. Welche Rolle dabei ein Türschutzgitter und Katzenfutter haben, erfährst du hier: Erfolgreiche Katzenzusammenführung in 5 Schritten

Da es keine gute Idee ist, eine Katze allein zu halten, sollte eine passende Zweitkatze gefunden werden.

Damit das Gewöhnen der Katzen aneinander auch gute Erfolgschancen hat, sollten die Katzen vor allem zueinander passen:

  • Geschlecht – Gleichgeschlechtliche Katzen kommen oft besser miteinander zurecht. Das liegt vor allem an der unterschiedlichen Art wie die Tiere miteinander spielen: Kater raufen gerne, während Katzen-Damen eher das Spiel mit Gegenständen bevorzugen.
  • Alter – Am besten passen Katzen im ungefähr selben Alter zueinander. Alte Katzen sind nämlich mit Jungtieren oft überfordert, diese sind ihnen einfach zu aktiv.
  • Charakter – Ein ebenfalls sehr entscheidender Punkt. Ist eine Katze eher schüchtern oder dominant? Verschmust oder verspielt? Am besten wählt man eine zweite Katze, die der ersten sehr ähnlich ist. Das geht am besten im Tierheim, hier kann einem das Personal bei der Wahl behilflich sein.

Ziemlich egal ist dagegen die jeweilige Katzenrasse. Wobei manche Katzenrasse natürlich für typische Charaktereigenschaften bekannt ist.

Die eigentliche Zusammenführung zweier Katzen sollte langsam und schrittweise durchgeführt werden. So können sich die Tiere aneinander gewöhnen.

Zuerst sollten sie räumlich voneinander getrennt sein, damit sie sich zuächst nur an den Geruch des anderen gewöhnen können. Danach können erste Aufeinandertreffen folgen.

Hier habe ich eine detaillierte Anleitung für dich, wie eine Katzen-Zusammenführung in 5 Schritten ablaufen sollte.

Bild: feliway friends - Katzenzusammenführung, Katzenpheromone

Beruhigt die Stimmung: Feliway Friends. Für mehr Infos klicke auf das Bild

Ein sehr effektives Hilfsmittel bei der Zusammenführung ist Feliway Friends.

Dieser automatische Zerstäuber für die Steckdose (siehe Bild) versprüht das synthetisch nachgebildete Mutterpheromon der Katze.

Das erinnert Katzen jeden Alters an die Geborgenheit bei ihrer Mutter und sorgt so für eine entspannte Atmosphäre.

Feliway wirkt von Katze zu Katze verschieden – von kaum bis hin zu sehr starken positiven Effekten. Ausprobieren lohnt sich also!

 

Fazit

Katzen sind sehr soziale Tiere und brauchen den Umgang mit Artgenossen um glücklich zu sein.

Wenn du dich also fragst „1 Katze oder 2?“ dann ist die Einzelhaltung einer Katze keine Wahl – zumindest, wenn ihr kein Freigang gewährt werden kann.

Katzen im Doppelpack stellen weniger Quatsch an, weil sie sich miteinander beschäftigen können.

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Über den Autoren

13 Kommentare

  1. mycat 24. Februar 2014 Antworten
    • Dominik 26. Mai 2014 Antworten
    • Katzekim 18. August 2016 Antworten
  2. Stella 24. Oktober 2014 Antworten
    • Dominik 20. Februar 2015 Antworten
  3. Renate Wild 14. Juni 2015 Antworten
    • Heike 4. August 2015 Antworten
  4. Katzenhalter 7. Oktober 2015 Antworten
    • Katzenkim 18. August 2016 Antworten
  5. Hans 13. November 2015 Antworten
    • Regina 19. Januar 2016 Antworten
      • Katzenkim 18. August 2016 Antworten
  6. Thomas 15. Juni 2016 Antworten

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