Taurin für Katzen: Warum es lebenswichtig ist – und wie du den Bedarf deckst

Taurin ist einer der wenigen Nährstoffe, bei denen ein Mangel deine Katze blind oder herzkrank machen kann, oft ohne Warnzeichen über Monate. Hier erfährst du, wie viel Taurin deine Katze wirklich braucht, woran du einen Mangel erkennst und wann du Taurin überhaupt ergänzen musst. Lies weiter, dann zeige ich dir auch, welches Taurin ich beim BARFen selbst verwendet habe.
So bin ich vorgegangen: Ich bin Dominik, halte seit über 25 Jahren Katzen und habe eine Zeit lang selbst gebarft, inklusive Taurin-Ergänzung. Die Richtwerte in diesem Artikel stammen aus den Leitlinien der FEDIAF und den Bedarfswerten des NRC.
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Für Eilige: Braucht deine Katze zusätzliches Taurin?
Jedes Alleinfutter muss genug Taurin enthalten. Achte lieber auf viel Fleisch und Innereien.
Zum Katzenfutter-TestBeim BARFen habe ich selbst Pro Taurin von ANIfit verwendet: reines Pulver, einfach unters Futter.
Mein Taurin-Tipp ↓Ein Bluttest zeigt, ob ein Mangel besteht. Nicht auf eigene Faust behandeln.
Symptome ansehen ↓Bestes Taurin für Katzen: Worauf du achten solltest
Brauchst du Taurin als Ergänzung, zum Beispiel beim BARFen, dann würde ich zu reinem Taurin-Pulver greifen. Darauf achte ich:
- Reinheit: Möglichst 99 % reines Taurin, ohne Füllstoffe, Aromen oder Zucker.
- Pulver statt Tabletten: Pulver lässt sich genau dosieren und unauffällig ins Futter mischen. Tabletten enthalten oft Bindemittel und müssen zerkleinert werden.
- Kleine Packung: Eine Katze braucht nur wenig Taurin. Eine kleine Dose reicht lange und bleibt frisch.
- Klare Dosierangabe: Der Hersteller sollte angeben, wie viel du pro Kilo BARF-Fleisch zugibst.

ANIfit Pro Taurin (90 g)
- Reines Taurin-Pulver ohne Füllstoffe
- Löst sich in etwas lauwarmem Wasser auf und lässt sich gut unters Futter mischen
- Habe ich selbst verwendet, als ich gebarft habe
Dosiere nach der Angabe auf der Packung oder nach deinem BARF-Rechner. Gibst du das Pulver erst kurz vor dem Füttern dazu, geht beim Lagern nichts verloren.
Was ist Taurin – und warum ist es für Katzen so besonders?
Taurin ist eine Aminosäure, die nicht zum Aufbau von Eiweiß dient, sondern frei im Körper wichtige Aufgaben übernimmt, vor allem in Herz, Augen und Gallensäuren. Der Name kommt vom lateinischen „taurus“ (Stier), weil Taurin 1827 erstmals aus Rindergalle gewonnen wurde.
Katzen können Taurin nicht selbst herstellen
Die Enzyme dafür sind bei Katzen kaum aktiv. Dazu kommt: Katzen verbrauchen Taurin ständig für ihre Gallensäuren, und ein Teil davon geht über den Darm verloren. Sie sind deshalb auf eine tägliche Zufuhr über das Futter angewiesen.
Für wildlebende Katzen ist das kein Problem, denn Mäuse sind sehr reich an Taurin. Wohnungskatzen bekommen ihr Taurin dagegen nur über das, was im Napf landet.
Wofür braucht die Katze Taurin? Die 5 wichtigsten Funktionen

Taurinmangel bei Katzen: Symptome die du kennen solltest
Ein Taurinmangel ist tückisch: Viele Katzen zeigen monatelang keine Anzeichen, obwohl der Mangel längst besteht. Wenn Symptome sichtbar werden, sind manche Schäden bereits dauerhaft.
Retina-Degeneration – wenn Katzen erblinden
Die bekannteste Folge ist die zentrale Retina-Degeneration. Sie beginnt in der Mitte der Netzhaut und kann bis zur vollständigen Erblindung führen. Erste Hinweise: Deine Katze verschätzt sich bei Sprüngen oder stößt im Halbdunkel häufiger gegen Gegenstände. Bis solche Anzeichen auftreten, können Monate bis Jahre vergehen.
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
Bei der DCM dehnt sich der Herzmuskel, und das Herz pumpt immer schwächer. Achte auf schnelle oder angestrengte Atmung in Ruhe, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Die gute Nachricht: Wird ein Taurinmangel als Ursache früh erkannt und behandelt, kann sich das Herz in vielen Fällen wieder erholen.
In den 1980er-Jahren erkrankten auffällig viele Wohnungskatzen an DCM. Forscher fanden heraus, dass das Fertigfutter zu wenig Taurin enthielt. Seitdem setzen die Hersteller Taurin gezielt zu, und DCM durch Taurinmangel ist bei Fertigfutter selten geworden.
Weitere Symptome
- Unfruchtbarkeit bei Kätzinnen
- Totgeburten oder unterentwickelte Kitten
- Verzögertes Wachstum bei Kitten
- Verdauungsprobleme, weil Fett schlechter verwertet wird
Welche Katzen sind besonders gefährdet?
- Katzen, die gebarft werden, ohne dass Taurin ergänzt oder berechnet wird
- Katzen mit selbst gekochtem oder veganem Futter
- Katzen, die regelmäßig Hundefutter fressen
- Katzen, die überwiegend ein einziges Ergänzungsfuttermittel bekommen statt ein Alleinfutter
⚠️ Verdacht auf Taurinmangel? Geh zum Tierarzt. Ein Bluttest zeigt, ob ein Mangel besteht, und bei Herzproblemen gibt ein Herzultraschall Gewissheit. Gib nicht einfach auf Verdacht hohe Dosen, sondern lass die Ursache abklären.
Wie viel Taurin braucht eine Katze? Tagesbedarf und Richtwerte
Faustregel für eine ausgewachsene Katze (ca. 4 kg):
etwa 60 bis 100 mg Taurin pro Tag
- Nassfutter: mindestens 2.000 mg pro kg Trockenmasse (FEDIAF)
- Trockenfutter: mindestens 1.000 mg pro kg Trockenmasse (FEDIAF)
- Mehr brauchen: Kitten, trächtige und säugende Katzen
Warum braucht Nassfutter mehr? Bei Nassfutter geht im Darm mehr Taurin verloren, deshalb liegt der Richtwert doppelt so hoch. Die Tagesmenge hängt außerdem vom Gewicht und vom Energiebedarf deiner Katze ab. Das NRC rechnet für eine 3,7 kg schwere Katze mit rund 60 mg bei Trockenfutter und rund 100 mg bei Nassfutter.
Steht Taurin auf dem Etikett? Das natürlich im Fleisch enthaltene Taurin muss nicht angegeben werden. Setzt der Hersteller Taurin zu, steht es dagegen bei den Zusatzstoffen, meist mit Menge, zum Beispiel „Taurin 1.500 mg“. ⚠ Den Mengenwert durch ein echtes Beispiel aus einem deiner Testberichte ersetzen.
Als Anhaltspunkt nutze ich zusätzlich den Fleischanteil: Je mehr Fleisch und Innereien wie Herz und Leber, desto mehr natürliches Taurin. Darum ist ein hoher Fleischanteil eines meiner wichtigsten Kriterien im Katzenfutter-Test.
Wo steckt Taurin drin? Die besten natürlichen Quellen

Taurin kommt praktisch nur in tierischen Lebensmitteln vor. Pflanzen liefern kein nennenswertes Taurin.
|
Quelle |
Taurin pro 100 g |
|---|---|
|
Maus (zum Vergleich) |
ca. 140-270 mg |
|
Hühnerherzen und Hühnerleber |
ca. 90–155 mg |
|
Rinderherz |
ca. 25–85 mg |
|
Lammfleisch |
ca. 45–50 mg |
|
Kaninchenfleisch |
ca. 35–40 mg |
|
Hähnchenbrust |
ca. 10–20 mg |
Werte schwanken je nach Tier, Teilstück und Quelle.
Die Maus hat einen der höchsten Tauringehalte aller Beutetiere. Vermutlich mussten Katzen deshalb nie lernen, selbst genug Taurin herzustellen.
Tipp fürs BARFen: Taurin ist wasserlöslich. Beim Auftauen landet ein Teil davon im Fleischsaft, gib den deshalb mit in den Napf. Wolfe das Fleisch nicht zu fein und verarbeite es zügig, denn an der großen Oberfläche bauen Bakterien Taurin schneller ab. Beim Kochen geht Taurin ins Kochwasser über.
Taurin im Katzenfutter – was du wissen musst
edes Alleinfuttermittel sollte genug Taurin enthalten, um die Richtwerte zu erfüllen. Trotzdem gibt es Unterschiede:
Nassfutter vs. Trockenfutter: Trockenfutter enthält meist weniger Fleisch und dafür mehr pflanzliche Zutaten, also auch weniger natürliches Taurin. Die Hersteller gleichen das mit zugesetztem Taurin aus. Ich setze trotzdem lieber auf Nassfutter mit viel Fleisch und Innereien. Warum, liest du in meinem Artikel Ist Trockenfutter für Katzen ungesund?
Vorsicht bei Hundefutter: Hunde können Taurin selbst herstellen, Hundefutter enthält deshalb oft weniger davon. Frisst deine Katze regelmäßig Hundefutter, riskiert sie einen Mangel. Mehr dazu: Dürfen Katzen Hundefutter fressen?
Selbst gekocht: Hier musst du Taurin immer ergänzen, denn beim Kochen geht ein Teil davon ins Kochwasser über.
Vegan oder vegetarisch: Davon rate ich ab, und zwar nicht nur wegen des Taurins. Katzen sind reine Fleischfresser, ihr Körper ist auf tierisches Eiweiß ausgelegt. Ein paar Zusätze im Futter ändern daran nichts. Warum, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel Können Katzen vegetarisch oder vegan ernährt werden?
Taurin als Nahrungsergänzung – wann ist das sinnvoll?
Bekommt deine gesunde Katze ein hochwertiges Alleinfutter, brauchst du kein zusätzliches Taurin. Sinnvoll ist eine Ergänzung:
- beim BARFen, wenn der Taurin-Gehalt nicht berechnet ist
- bei selbst gekochtem oder Futter
- bei einem festgestellten Mangel, dann nach Absprache mit dem Tierarzt
Kann man Taurin überdosieren? Bei üblichen Mengen ist das unwahrscheinlich, denn überschüssiges Taurin scheidet die Katze über die Nieren aus. Bei einer Nierenerkrankung sprichst du eine Ergänzung trotzdem vorher mit dem Tierarzt ab.
Mein Tipp für die Ergänzung steht weiter oben.
Fazit
Taurin ist für Katzen lebenswichtig, und sie können es nicht selbst herstellen. Mit einem guten Alleinfutter mit viel Fleisch und Innereien ist deine Katze ausreichend versorgt und braucht kein Extra-Taurin. Barfst oder kochst du selbst, gehört reines Taurin-Pulver in jede Mahlzeit.
Welche Futter in meinem Test überzeugt haben, zeige ich dir im Katzenfutter-Test.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Bildquellen:
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Meine bekommen ca. 500 – 600 mg Taurin pro Tag vermischt mit einem SchleckSnack.