Faszinierendes Katzenverhalten: Köpfchengeben – Darum stupst dich deine Katze an


Katze reibt ihren Kopf an junger Frau
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Als Katzenhalter wirst du deine Katze sicherlich schon einmal dabei beobachtet haben, wie sie den Kopf an Gegenständen reibt oder ihre Artgenossen und Menschen anstupst. Dieses Verhalten ist für Katzen typisch und wird oftmals als angenehme und vertrauensvolle Geste empfunden. Doch was genau steckt dahinter?

Köpfchengeben dient der Kommunikation

Katzen kommunizieren nicht nur durch ihre Laute, sondern auch mit ihrem ganzen Körper.

Das Köpfchengeben ist, wie viele anderen Verhaltensweisen, ein wichtiger Teil ihrer Katzensprache. Es kann unterschiedliche Funktionen haben. In erster Linie dient es jedoch der Kommunikation und Markierung.

Denn Katzen verteilen damit ihre Pheromone. Diese werden auch als Wohlfühl-Pheromone bezeichnet, denn sie werden überall dort verteilt, wo sich das Tier wohlfühlt.

Bei diesen Pheromonen handelt es sich um spezielle Botenstoffe, die bei jeder Katze individuell sind.

Der Pheromon-Cocktail einer Katze ist mit dem Fingerabdruck des Menschen vergleichbar. Wird dieser über die Pheromondrüsen verteilt, sind sie damit in der Lage, ihre ganz persönliche Duftnote an Objekten, Tieren und Menschen zu hinterlassen.

Die Pheromondrüsen befinden sich an unterschiedlichen Stellen ihres Körpers:

  • an den Wangen
  • am Kinn
  • an den Lippen
  • am Hinterteil
  • an den Pfoten

Botschaften durch Duftstoffe

Durch leichte Reibung werden ihre Duftstoffe übertragen und verleihen dem Objekt damit eine ganz individuelle Note.

Das Besondere daran:

Nur Katzen können diese feinen Substanzen mit ihrer Nase wahrnehmen. Auf andere Tierarten und Menschen haben sie keine Auswirkung.

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Insgesamt lassen sich die Botschaften grob in drei unterschiedliche Kategorien einteilen: So gibt es Entspannungs-, Harmonie- und Revier-Botschaften.

Während Entspannungs- und Revier-Botschaften regelmäßig verteilt werden, kommen Harmonie-Botschaften insbesondere nach der Geburt zur Beruhigung der Kitten zum Einsatz. Die kleinen Kätzchen erhalten dadurch von ihrer Mutter einen speziellen Duft, der sie beruhigt und innerhalb der Familie für Harmonie sorgt.

Katzen “markieren” ihre Menschen indem sie sich zum Beispiel mit dem Kopf am Bein reiben. – Bild: Anna Pozzi – Zoophotos / Shutterstock.com

Anstupsen von Menschen und Artgenossen

Viele Katzen stupsen ihre Halter bei der Begrüßung liebevoll an. Dieses Verhalten zeigt sie auch bei ihren Artgenossen.

Beim Köpfengeben werden die Botenstoffe über die Pheromondrüsen am Kopf verteilt.

Menschen hingegen können diese Düfte nicht als Botschaft wahrnehmen. Du wirst lediglich bemerken, dass dich deine Samtpfote liebevoll mit dem Kopf oder der Pfote anstupst.

Das geschieht häufig an den Beinen, Händen oder auch am Kopf des Menschen beim Vorbeilaufen oder gemeinsamen Schmusen.

Durch ihr Verhalten möchte sie dich markieren und anderen zeigen, dass du ihr gehörst. Damit ist es auch eine liebevolle Erklärung der Zuneigung und ein stets positives Zeichen.

Das trifft auch auf ihre Artgenossen zu.

Begegnen sich zwei Katzen freundlich und wohlgesinnt, dann wirst du beobachten können, wie sie sich gegenseitig anstupsen und aneinander anschmiegen.

Durch dieses Verhalten tauschen sie gegenseitig ihre Pheronome aus und können viel voneinander erfahren. Denn der einzigartige Pheromon-Cocktail verrät der anderen Katze, wo sie sich in letzter Zeit aufgehalten hat und ebenso, wie ihre derzeitige Stimmung ist.

Duftstoffe zum Markieren der Umgebung

Die Möbel, Wände und alle Gegenstände des Umfeldes einer Katze werden ebenfalls gerne mit ihren Duftstoffen versehen.

Das trifft nicht nur auf den Kratzbaum oder ihren Kuschelplatz zu, sondern auch auf Sessel, Türen und vieles mehr. Damit verteilen sie in ihrem gesamten zu Hause ihre Duftnote und legen so ihr Revier fest.

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Selbst neue Gegenstände wie ein zufällig aufgestellter Pappkarton können so markiert werden und sind damit ein akzeptierter Teil ihres Reiches.

Auch Gegenstände in ihrem Revier werden von Katzen durch Reiben mit dem Kopf mit Pheromonen markiert. – Bild: Seattle Cat Photo / Shutterstock.com

Köpfchengeben für mehr Aufmerksamkeit

Gibt dir deine Katze regelmäßig das Köpfchen, dann wird sie sicherlich schnell gelernt haben, wie positiv du auf dieses Verhalten reagierst.

Dementsprechend wenden viele Katzen dieses instinktive Verhalten ganz gezielt an.

Dann kann es passieren, dass dich deine Katze anstupst, sobald sie von dir Aufmerksamkeit erwartet und gestreichelt werden möchte. Auch als Aufforderung zum gemeinsamen Spiel oder wenn sie Futter erwartet, setzen viele Katzen auf dieses erfolgreiche Kommunikationsmittel.

Künstliche Pheromone gegen Stress

Wie bei allen Verhaltensweisen einer Katze gilt auch beim Köpfchengeben, dass jede Katze ihren eigenen Kopf hat.

Stupst dich dein Tier nicht oder nur selten an, ist das kein Grund zur Sorge.

Während die eine Katze ständig Menschen und Gegenstände der Umgebung anstupst, ist eine andere Katze vielleicht weniger kommunikativ. Sie wird andere Wege haben, dir ihre Verbundenheit auszudrücken.

Doch wer die Wirkungsweise der Pheromone kennt, kann sie gezielt einsetzen. Deshalb bieten einige Hersteller künstliche Pheromone an:

Sie sollen das Wohlbefinden stärken und können Katzen in stressigen Situationen helfen, sich zu beruhigen.

Aber auch bei der Zusammenführung von zwei fremden Katzen kann es hilfreich sein, wenn die Umgebung für das Tier angenehm duftet.

Dazu werden Pheromone beispielsweise als Zerstäuber oder in Form von Raumsprays angeboten.

Beitragsbild (ganz oben): AAresTT / Shutterstock.com

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