Darum ist für deine Katze Taurin so wichtig

Das Thema Katze und Taurin – Die Gesundheit deiner Katze liegt dir sicherlich am Herzen. Wenn du dich deshalb näher mit dem Thema Katzenernährung auseinander setzt, wirst du früher oder später über das Thema Taurin stolpern.

Was Taurin ist und warum es deine Katze Taurin braucht, erfährst du in diesem Artikel.

Taurin Katze

Folgende Fragen könnten sich dir zum Thema Katze und Taurin stellen:

  • Was ist Taurin überhaupt?
  • Warum brauchen Katzen Taurin in ihrer Nahrung?
  • Welche Mangelerscheinungen treten auf wenn eine Katze zu wenig Taurin bekommt?
  • Wie viel Taurin brauchen Katzen?
  • In welchen Lebensmitteln ist Taurin enthalten?
  • Wie kann ich sicherstellen, dass meine Katze ausreichend Taurin bekommt?
  • Ist eine Überdosierung möglich?

Was ist Taurin überhaupt?

Taurin ist eine Aminosäure, die für die Katze sehr wichtig ist. Taurin wurde zuerst in der Galle von Rindern entdeckt, daher auch der Name: Taurin bezieht sich auf “Tauros”, das griechische Wort für Stier. Es ist aber nicht nur in Rindfleisch enthalten, dazu später mehr.

Warum brauchen Katzen Taurin in ihrem Futter?

Taurin übernimmt mehrere wichtige Funktionen im Körper deiner Katze. Es ist wichtig für:

  • den Erhalt der Retina, der Netzhaut im Auge
  • den Stoffwechsel und die Verdauung, vor allem bei der Aufnahme von Fetten
  • die Herzfunktion
  • die Gehirnentwicklung bei heranwachsenden Katzen
  • die Fruchtbarkeit von weiblichen Katzen.

Anders als andere Tiere und der Mensch kann die Leber einer Katze Taurin nur in sehr geringen Mengen synthetisieren, also selbst aus anderen Aminosäuren zusammensetzen. Eigentlich dafür zuständige Enzyme sind bei Katzen einfach zu wenig aktiv. Katzen müssen Taurin also direkt über die Nahrung aufnehmen. Zusätzlich wird bei Katzen im Darm Taurin durch Mikroorganismen abgebaut, so dass es dem Körper nicht zur Verfügung steht. Bis zu 50% des durch das Futter aufgenommene Taurin geht auf diese Weise verloren.

Du musst also sicherstellen, dass deine Katze über ihr Futter ausreichend Taurin bekommt, da es sonst zu Mangelerscheinungen mit schweren gesundheitlichen Folgen kommen kann:

Mangelerscheinungen bei Katzen, die zu wenig Taurin aufnehmen

Katze Taurin Mangelerscheinungen

Taurin ist wichtig für den Erhalt der Netzhaut im Katzenauge. Bei Mangel droht eine Retinadegeneration, im schlimmsten Fall eine Erblindung.

Bekommt deine Katze über einen längeren Zeitraum zu wenig Taurin, können vielfältige Mangelerscheinungen auftreten:

Retina-Degeneration

Diese Augenerkrankung kann auftreten, wenn eine Katze Taurin über längere Zeit in zu geringen Mengen zu sich nimmt und kann im schlimmsten Fall zum Erblinden der Katze führen. Die Schädigung der Netzhaut ist irreversibel, also nicht wieder rückgängig zu machen oder zu heilen. Erste Anzeichen für eine Schädigung der Retina treten erst nach ca. 5 Monaten auf, manchmal auch erst nach bis zu 2 Jahren. Oftmals fällt Katzenhaltern dann zuerst auf, dass sich ihre Samtpfote öfters bei Sprüngen verschätzt.

Fruchtbarkeit und die Entwicklung von Katzen-Föten

Weibliche Katzen mit Taurinmangel sind oftmals unfruchtbar. Kommt es doch zu einer Schwangerschaft, ist eine Totgeburt sehr wahrscheinlich. Geborene Katzenbabys einer Katze mit Taurinmangel sind von der Größe her unterentwickelt, sind kränklich und haben keine guten Überlebenschancen. Außerdem sind Entwicklungsstörungen häufig, diese betreffen vor allem das Gehirn, die Hinterbeine und die Wirbelsäure.

Weitere Mangelerscheinungen

  • Taubheit
  • Immunschwäche
  • Herzprobleme bis hin zur Herzinsuffiziens (taurinabhängige dilatative Kardiomyopathie, DCM)

Für den Halter werden die Symptome einer Mangelerscheinung erst nach mehreren Monaten der Unterversorgung mit Taurin sichtbar, manchmal dauert das sogar Jahre. Du solltest also sicherstellen, das deine Katze ausreichend Taurin zu sich nimmt.

So viel Taurin benötigt deine Katze

Es ist schwer, einen konkreten Wert zu nennen, wie viel Taurin eine Katze pro Tag benötigt. Zum einen gibt es hier sehr verschiedene Angaben von verschiedenen sehr seriösen Quellen: In der Klinischen Diätetik für Kleintiere¹ wird ein täglicher Bedarf bei Katzen von 50 mg verfügbarem Taurin angegeben, der NRC² empfiehlt eine Aufnahme von 50 mg Taurin pro Kilo Körpergewicht pro Tag.

Zum anderen ist der Taurinbedarf von vielen Faktoren abhängig. Die Art des Futters spielt eine große Rolle. Proteinart und -Menge, die Verdaulichkeit des Proteins sowie der Fasergehalt des Futters beeinflussen, wie viel Taurin eine Katze benötigt. Auch wichtig ist die Verarbeitung des Futters, denn das wirkt sich auf den Abbau des Taurins durch Bakterien im Darm aus.

Ebenso sind die Lebenumstände der Katze zu beachten. Eine trächtige oder säugende Katze benötigt natürlich mehr Taurin. Auch im Alter kann der Bedarf ansteigen.

Taurinquellen für deine Katze – hier ist Taurin enthalten

Katze Taurin Katzenfutter

Die Maus ist die optimale Nahrung für Katzen – sie hat von allen Landlebewesen die höchste Taurinkonzentration. Gutes Katzenfutter sollte immer Mäuse “imitieren”

Taurin kommt in unterschiedlichen Mengen in so ziemlich jedem tierischen Gewebe vor. Um eine ausreichende Versorgung deiner Katze mit Taurin sicherzustellen, solltest du auf die Zusammensetzung ihres Futters achten. Folgende Taurinquellen stehen deiner Katze zur Verfügung:

Rohes Fleisch

Taurin ist vor allem in Muskelfleisch und Herzen in hoher Konzentration enthalten. Aber auch in Gehirn, Leber und Magen- Darmtrakt ist die für Katzen essentielle Aminosäure enthalten. Solltest du deine Katze barfen, achte auf die Zusammenstellung der Fleischsorten und Innereien. Wichtig ist: Durch Erhitzung wird Taurin zerstört, die Katze kann es dann nicht mehr verwerten. Einfrieren und Auftauen ist dagegen kein Problem.

  • Rindfleisch (Muskelfleisch) – 36 mg pro 100g
  • Hühnerherzen – 118 mg pro 100g
  • Hühnerleber – 118 mg pro 100g
  • Hühnerfleisch – 15 – 33 mg pro 100g
  • Lachsfilet – 130 mg pro 100g
  • Putenbrust – 93 mg pro 100g
  • Thunfisch – 70 mg pro 100g
  • Kalbsfleisch – 40 mg pro 100g

Zum Vergleich: Eine Maus enthält ca. 140 bis 270 mg Taurin pro 100g. Die Maus ist damit das Landlebewesen mit der höchsten Taurinkonzentration. Das könnte auch der Grund dafür sein, dass Katzen kaum Taurin synthetisieren können – mit der Maus als hauptsächliches Beutetier haben sie es eigentlich nicht nötig.

Taurin kommt übrigens nicht in Pflanzen vor, mit Ausnahme der Kaktusfeige.

Katzenfutter

Wie bereits erwähnt ist Taurin hitzeempfindlich. Katzenfutter wird bei der Herstellung allerdings gekocht, egal ob Trocken- oder Nassfutter. Deswegen geben die Hersteller nach dem Garvorgang Taurin hinzu. Dieses ist meist ausreichend dosiert, auch wenn sich viele Hersteller eher an der unteren Grenze der empfohlenen Menge orientieren.

Trockenfutter sollte mindestens 1000 mg Taurin pro Kilo enthalten,

Nassutter 2000 mg, nach neuesten Empfehlungen sogar 2500 mg Taurin pro Kilo Futter.

Achte also auf die Inhaltsstoffe deines Katzenfutters, hier findest du immer Angaben zum Tauringehalt. Erscheint er dir zu niedrig, kannst du Taurin supplementieren:

Taurin als Nahrungsergänzung für Katzen

Da viele Sorten Katzenfutter weniger als die empfohlenen 2500 mg Taurin pro Kilo enthalten, kannst du das Futter mit reinem Taurin anreichern. Auch beim Barfen macht das Supplementieren von Taurin Sinn, denn der Tauringehalt in Fleisch und Innereien unterliegt natürlichen Schwankungen.

Taurin bekommst du in kristalliner Form, also ein grobes weißes Pulver. Es muss in lauwarmem (nicht heißem!) Wasser aufgelöst werden und kann dann mit dem Futter vermengt werden. Bitte nicht einfach über das Futter streuen, denn pures Taurin kann reizend auf die Mundschleimhäute wirken.

Ich selbst gebe meinen Fellnasen Taurin von AniForte.

Katzen, die hauptsächlich mit Resten des meist gegarten Menschenessens gefüttert werden, laufen in Gefahr Mangelerscheinungen in Bezug auf Taurin zu bekommen. Gleiches gilt für vegetarisch ernährte Katzen oder Stubentiger die Hundefutter zu fressen bekommen.

Kann Taurin bei Katzen überdosiert werden?

Wird dem Körper einer Katze Taurin in höheren Mengen zugeführt als er benötigt, dann scheidet er es über die Nieren wieder aus. Es sind keine negativen Folgen einer Überdosierung von Taurin bei Katzen bekannt. Bei Erkrankungen des Herzens und anderen chronischen Krankheiten sollte die Ernährung des Tieres genau mit dem Tierarzt besprochen werden.

Übertreiben solltest du es mit dem Taurin für deine Katze natürlich nicht, denn auch der Abbau des überschüssigen Taurins bedeutet Arbeit für ihren Körper.

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden:

Über den Autoren

Ich blogge hier: Dominik, Jahrgang '85, Hobbyblogger und Katzennarr. Die Erfahrungen, die ich im Zusammenleben mit meinen drei Katzen Whisky, Tequila und Lori sowie durch viel Recherche gesammelt habe, möchte ich hier an meine Leser weitergeben. Ich freue mich über (fast) jeden Kommentar!

Jetzt kommentieren

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere