Sind Katzen wirklich nachtragend?


Nachtragende Katze, die vorwurfsvoll guckt
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“Katzen sind nachtragend!” – Dieses Gerücht hält sich wirklich hartnäckig. Die Aussage ist auch gar nicht mal so falsch – allerdings wird sie oft sehr negativ gemeint – von Menschen, die Katzen nicht mögen…

Katzen sind sensible Tiere, die einen festen Tagesablauf sehr schätzen. Mahlzeiten zur selben Zeit, ausgedehnte Nickerchen und ein gewohntes Umfeld sind ihr sehr wichtig.

Wird ihre tägliche Routine gestört, löst das bei Katzen Stress aus. Das kann verschiedenste Auslöser haben:

  • Fremde Menschen zu Besuch
  • Ihr Schlaf wird gestört
  • Laute, unbekannte Geräusche
  • Zu späte Fütterung / neue Futtersorte
  • Falscher Umgang mit der Katze: Festhalten, Hochheben, in die Ecke drängen
  • Neue Möbel / alte Möbel wurden entsorgt
  • Schmutziges Katzenklo
  • Tierarztbesuch / Transportbox

Je nach Situation wird die Katze unterschiedlich reagieren. Oft zieht sie sich einfach zurück und guckt dabei ängstlich oder angespannt (was oft als “böser Blick” fehlinterpretiert wird). Sie kann aber auch fauchen oder kratzen, wenn sie den Eindruck hat, sich in Gefahr zu befinden.

Katzen haben ein gutes Gedächtnis

Du musst keine Angst haben, dass deine Katze dich plötzlich nicht mehr mag, nur weil du mal die “Frechheit” besessen hast, ihren Tagesablauf durcheinander zu bringen.

Aber Katzen haben durchaus ein gutes Gedächtnis und speichern auch negative Erlebnisse ab. Fällt ihr ein Mensch öfters negativ auf, weil er sie zum Beispiel

  • immer wieder hochhebt (obwohl sie nicht will…)
  • zu viel und zu laut spricht (obwohl Katzen lieber ruhige Menschen mögen…)
  • sie zum Kuscheln oder spielen drängen will (obwohl sie lieber schlafen will…)
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dann wird sie sich in Zukunft von diesem Menschen lieber fernhalten. In diesem Sinne sind Katzen also tatsächlich nachtragend. Aber das machen Katzen nicht, weil sie bösartig oder hinterlistig sind. Sie wollen sich nur schützen und Stress vermeiden.

Katzen können übrigens ebenso Ursache und Wirkung verknüpfen. Sieht sie zum Beispiel, dass du den Staubsauger aus der Abstellkammer holst, weiß sie, dass es gleich laut wird. Noch bevor das Gerät läuft, hat deine Katze dann schon das Weite gesucht.

“Natürlicher Feind” der Katze: Der Staubsauger – Bild: Hananeko_Studio / Shutterstock.com

Protestpinkeln bei Katzen

Pinkelt die Katze aufs Sofa oder auf Sachen, die auf dem Boden liegen, dann wird das oft als “Protest” angesehen. “Der Katze geht wieder was gegen den Strich, also hat sie auf meine Schuhe gepinkelt!”. Das klingt so, als wären Katzen echt nachtragend und rachsüchtig, oder?

Meist steckt hinter dem sogenannten Protestpinkeln aber etwas anderes. Dann ist der Katze das Katzenklo zu dreckig. Oder es steht einfach an der falschen Stelle. Oder jemand stört sie bei ihrem Geschäft. Dann macht sich Miez natürlich auf die Suche nach einer für sie annehmbaren Alternative zum Katzenklo…

Hier findest du unseren Ratgeber “In 6 Schritten zum perfekten Katzenklo”

Pinkelt eine Katze von einem Tag auf den anderen ständig überall in der Wohnung, kann auch eine Blasenentzündung oder (eher bei Katern) Struvitsteine dahinter stecken. Hinterlässt die Katze also viele kleine Pfützen in der Wohnung, solltest du mit ihr dringend einen Tierarzt aufsuchen!

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Tipp: Katzenurin Gestank ist sehr hartnäckig. Nur mit einem speziellen Reiniger wie Bactodes Animal bekommt man den Geruch weg. Dieses Mittel enthält Bakterien, die die übel riechenden Stoffe im Katzenurin zersetzen und somit neutraliseren. Hier findest eine detaillierte Anleitung, wie du sogar dein Sofa retten kannst, wenn die Katze draufgepieselt hat.

Nimm Rücksicht auf deine Katze

Natürlich kannst du nicht dein komplettes Leben nach den Bedürfnissen und Marotten deiner Katze ausrichten. Aber ein paar Sachen solltest du beachten, damit sie sich bei dir wohl fühlt und möglichst wenig Stress hat:

  • Erledige laute Tätigkeiten wie Staubsaugen am besten dann, wenn deine Katze gerade eh wach und aktiv ist. Gib ihr die Möglichkeit sich zurück zu ziehen.
  • Lass deiner Katze ihre Ruhe, wenn sie gerade ein Schläfchen macht. Zum Streicheln oder Spielen kommt sie, wenn sie es will.
  • Dränge sie zu nichts: Kein Hochheben ohne triftigen Grund, kein in die Enge Treiben (das machen vor allem Kinder gerne).
  • Versuch bestmöglich feste Zeiten für die Fütterung einzuhalten. Wenn deine Katze mäkelig beim Futter ist, dann wechsle nicht zu oft die Sorte.

Diese Spielregeln für den Umgang mit der Katze sollten für alle Personen im Haushalt gelten. Auch Besuch solltest du darauf hinweisen.

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Beitragsbild (ganz oben): Varavin88 / Shutterstock.com

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